Liverleaf

ミスミソウ (Misumisô), Japan 2018

Vertrieb: Shock Entertainment
Medium: Blu-ray
Ländercode: B
Gerne: Splatter, Coming-Of-Age
Freigabe: Ungeprüft
Laufzeit: 109:58 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel:
Bildformat: 2,35:1 (1080p)
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Limitierung: 500 Exemplare

Bonusmaterial:

  • Kein Bonusmaterial enthalten

 

Regie: Eisuke Naito
Drehbuch: Law Kam Fai
Darsteller: Anthony Wong, Emily Kwan, Danny Lee, Shing Fui-On, Parkman Wong, Lau Siu-Ming, Lam King-Kong, Yee Ka-Fat, Julie Lee,Tony Leung Hung-Wah, Wong Tin-Fai, Cheng Choh-Fai u.a.

Die Schülerin Haruka Nozaki geht durch eine menschgemachte Hölle. Von Tokio neu in die abgelegene Kleinstadt gezogen, gilt sie an der Schule als Außenseiterin. Dies bekommt sie jeden Tag zu spüren, wenn sie den Schikanen ihrer Klassenkameraden ausgesetzt ist. Die Grenzen der Menschlichkeit verschieben sich dabei mehr und mehr ins Extreme und gipfeln schlussendlich in der fatalen Katastrophe. Als das Zuhause von Haruka in Flammen aufgeht, ihre Eltern dabei ihr Leben verlieren und ihre kleine Schwester lebensgefährlich verletzt wird, bricht für die Schülerin eine Welt zusammen. Mit dem Wintereinbruch friert auch ihre Seele ein und sie macht sich auf, all jene zur Rechenschaft zu ziehen, die ihr und ihrer Familie Leid angetan haben. Bald schon färbt sich der Schnee blutrot…

Basierend auf den Manga Misumisô von Rensuke Oshikiri, gibt es hier nun mit Liverleaf eine Realverfilmung der kontroversen Vorlage zu einer Geschichte die irgendwo zwischen blutigen Splatterfilm und einer dramatischen Coming-Of-Age Geschichte angesiedelt ist. Der Film beginnt wie ein klassisches Sozialdrama, die junge Schülerin Haruka Nozaki, gespielt von Anna Yamada, wird von ihren Mitschülerinnen gemobbt und drangsaliert. Dieser Zustand spitzt sich im weiteren Verlauf der Geschichte stetig zu und endet mit fatalen Folgen. Mobbing ist bekanntlich keine Seltenheit (gewesen) und inzwischen hat die Gesellschaft es auch begriffen sich diesem drastischen Problem anzunehmen. Lieder aber nicht im Fall Haruka Nozaki, hier wird das Problem von den Lehrkräften ignorriert. Bewusst oder unbewusst? Diese Frage kann man sich mit Hinblick auf die noch immer kritisch zu betrachtenden Verhältnisse an japanischen Schulen zu Recht fragen.

Während sich Haruka Nozaki der immer stärker und intensiver werdenden Schickanen ausgesetzt sieht, erfahren wir Schritt für Schritt mehr über die Mitschüler*innen. Die Entwicklung einiger Darsteller ist sowohl erschreckend als auch bedauerlich, bedenke man, dass das Problem bei Liverleaf viel tiefer verankert ist und soziale Verstrickungen die ausschlaggebenden Gründe sind. Dabei wird auch immer wieder deutlich, dass es nicht noch die physiche Gewalt sondern auch das gesprochene Wort ist, welches hier immer wieder verletzend und verstörend seine Wirkung zeigt. Die ganze Tragödie erreicht dann erst einmal ihren Höhepunkt mit den Mord an Haruka Nozakis Elten, die im brennenden Haus sterben. Ihre Schwester konnte gerade noch so gerettet werden, allerdings ist ihr Gesundheitszustand von schlimmsten Verbrennungen gezeichnet.

Von diesem Punkt an ändert sich das Tempo und die Situation im Film nimmt eine drastische Wendung, aus einem Coming-Of-Age Drama wird ein blutiger Selbstjustizthriller mit jeder Menge blutigen Momenten. Dabei setzt Eisuke Naito voll und ganz auf die Manga-Vorlage, die visuelle Gewalt hat es hier schon in sich und stellenweise schmerzt es beim zusehen. Bewusst wird dabei mit Farben und Panoramen gespielt, die kleine Stadt, der klare Schnee und die Kälte, dazu jede Menge Blut und in sich fließende Handlungsstränge lassen Liverleaf zum Ende hin noch einmal aufblühen. Bis es zum Finale kommt, welches gleichermaßen tragisch und verwunderlich wirkt.

Liverleaf hat seine positiven Momente aber auch seine Schwächen und diese liegen zum einen in den teils ziemlich altmodischen Effekten und zum anderen im teilweise stark übertriebenen Darstellungen einiger Schauspieler*innen. Die Blu-ray von Shock Entertainment macht erst einmal einen guten Eindruck, leider gibt es aber zwei Punkte die es zu kritisieren gilt. Einer davon sind die fehlenden Extras, schade das es nicht einmal zu einen japanischen Trailer gereicht hat. Und zum anderen, den Punkt finde ich noch viel bedauerlicher, dass es keine deutschen Untertitel für die japanische Tonspur gibt. Das ist schon ziemlich ärgerlich. Sicher, die deutsche Sychronisation ist nicht schlecht, absolut nicht, aber dennoch kommt der Film im O-Ton wesentlich besser beim Zuschauer an. Zumindest bei jenen, die dieses extreme Japankino zu würdigen wissen und es lieben. Ansonsten ist Veröffentlichung von Shock Entertainment nicht zu bemängeln. Wer es lieber etwas aufwendiger gestaltet haben mag, der kann ja den Versuch starten und sich auf die Suche nach einem Mediabook aus dem Hause Extreme machen. Dort ist zumindest ein japanischer Trailer als Bonus enthalten!

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