Untold Story, The

Baat Sin Faan Dim Ji Yan Yuk Cha Siu Baau, Hongkong 1993

Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Medium: Blu-ray, DVD
Ländercode: B, 2
Gerne: Splatter, Thriller
Freigabe: Ungeprüft
Laufzeit: 95:55 Minuten, 92:41 Minuten
Sprachen: Deutsch, Kantonesisch, Mandarin
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1,78:1 (1080p)
Tonformat: DTS-HD Master Audio 5.1, DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo
Limitierung: 1000 Stück je Variante

Bonusmaterial:

  • Dokumentation Category III: The untold Story of Hongkong Exploitation Cinema
  • Audiokommentar mit Regisseur Herman Yau
  • Audiokommentar mit Hauptdarsteller Anthony Wong
  • Hongkong Trailer
  • USA Trailer
  • Frage & Antwort mit Regisseur Herman Yau

 

Regie: Herman Yau
Drehbuch: Law Kam Fai
Darsteller: Anthony Wong, Emily Kwan, Danny Lee, Shing Fui-On, Parkman Wong, Lau Siu-Ming, Lam King-Kong, Yee Ka-Fat, Julie Lee,Tony Leung Hung-Wah, Wong Tin-Fai, Cheng Choh-Fai u.a.

Als dem gesuchten Mörder Wong die Flucht von Hongkong nach Macau gelingt, sind das vor allem für die Besitzer eines Restaurants schlechte Nachrichten. Denn nachdem er die Familie grausam um die Ecke gebracht hat, übernimmt er selber den Betrieb, in dem er seinen Kunden grausige Delikatessen serviert. Zumindest so lange, bis menschliche Körperteile gefunden werden und die örtliche Polizei Wong ins Visier und schließlich sogar in Haft nimmt. Aber das ist längst noch nicht das Ende dieser „Untold Story“ …

Spricht man von expliziter Gewaltdarstellung im asiatischen Kino, von Fans auch gerne liebevoll Asia-Sickos genannt, dann kommt man an den CAT III Perlen der Neunziger wahrlich nicht vorbei. Einer der bekanntesten und auch kontroversesten Filme ist zweifelsohne Untold Story, The aus dem Jahr 1993, der teilweise auf wahrer Begebenheit beruhen soll. Dieser kontroverse Streifen mit dem großartigen Anthony Wong in der Hauptrolle, sorgte seinerzeit für ordentlich Aufsehen durch seine schonungslose Darstellung von Gewalt, Folter und Mord. Kaum vorstellbar aber für seine Darstellung eines irren Mörders in diesem blutigen Werk, erhielt Anthony Wong einen Hong Kong – Oskar. Vielleicht aber auch genau deshalb, weil seine Darstellung so abgefuckt wirkt und man das durchgeknallte Wesen von Wong förmlich spüren kann. Das ist auch ein Punkt in den Untold Story, The von anderen Vertretern des extremen Asienfilms unterscheidet. Wir haben hier zum einen eine durchgehende Handlung bei der man sich durchaus was gedacht hat, man ruht sich also nicht auf plumpe Dialoge und einer Aneinanderreihung von Gewaltszenen aus. Dann unternimmt man noch den Versuch das Wesen des irren Mörders zu beleuchten, dabei hätte man sicherlich noch weitaus tiefer zu Werke gehen können. Dennoch, der Ansatz ist gegeben und die idee wurde auch teilweise umgesetzt, mit einigen Ecken und Kanten. Sei es nun in expliziten Szenen wie die Vergewaltigung seiner Tresendame, die ihren Job kündigen wollte nachdem sie langsam aber sicher bemerkt hat, dass da was nicht ganz richtig ist mit dem neuen Chef. Dieser lässt sie natürlich nicht einfach gehen und was folgt, hat man im Film gesehen. Wong vergewaltigt die Dame aufs übelste und wenn dies nicht visuell schon ziemlich harte Kost ist, gipfelt der Exzess darin, dass das wehrlose Opfer von Wong eine Hand voll Essstäbchen in den Unterleib gerammt bekommt. Uff, und damit hat die Vergewaltigung mit anschließender Tötung seinen Höhenpunkt erreicht. Wer nun glaubt und diesen Film (noch) nicht kennt, dass mit dieser Szene der Höhepunkt an Gewaltdarstellung erreicht ist, dem muss ich an dieser Stelle enttäuschen. Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen und auch wenn dieser Film mittlerweile eine große Beliebtheit genießt, wird das wahre Ausmaß erst noch ersichtlich sein und sich durch weitere blutige und teils ziemlich unerträglich Szenen seinen Höhepunkt erreichen.

Insziniert wurde dieser provokate Beitrag des schonungslosen Asienkinos von Herman Yau. Bei aller Brutalität sollte man Untold Story, The jedoch nicht nur auf seine Gewaltdarstellung reduzieren, so werden, mehr oder weniger, sozialkritische Aspekte der Gesellschaft beleuchtet. Insbesondere sind hier der Umgang mit mit einem Verdächtigen und die angewendeten Verhörmethoden der Polizei gemeint, die ich an dieser Stelle mal kritisch betrachte und als nicht so ganz abwegig in Frage stellen möchte. Zumindest für damalige Zeit, heute dürfte es sich vermutlich geändert haben. Desweiteren dürften die dargestellten Verhältnisse in dem damaligen Gefängnissen nicht weit von der Realität gewesen sein.

Das Mediabook und die enthaltene Fassung aus dem Hause Koch Media überzeugt auf ganzer Linie, daran besteht kein Zweifel und fällt bereits nach einer ersten Kontrolle auf. Ausgestattet mit drei Discs und einem 24-seitigen Booklet, ist das Mediabook gut gefüllt. Es ist mehr als erfreulich zu sehen, dass uns Koch Media eine asiatische Skandalperle wie Untold Story, The in einer so schicken und hochwertigen Produktion serviert. Der CAT III Klassiker aus dem Jahr 1993 wurde von Koch Media erstmalig in einer sauberen und einfach gelungenen HD Abtastung veröffentlicht, dazu gesellt sich dann noch eine exklusiv für diese Veröffentlichung angefertigte neue Synchronisation in deutscher Sprache. Da werden sicherlich einige jetzt etwas fraglich reinschauen aber keine Sorge, Koch Media ist oder besser wat sich seiner Aufgabe und Verpflichtung gegenüber den Fans dieses Films bewusst und so kann sich die neue Synchronisation wirklich hören lassen. Man hat weder die verbale Härter verharmlost noch hat man sich für unpassende Sychrosprecher*innen entschieden.

Auch in Sachen Bonusmaterial war man nicht geizig, neben dem üblichen Material wie Trailer u.a., gibt es zwei Audiokommentare. Einmal von Regisseur Herman Yau oder einen weiteren von Hauptdarsteller Anthony Wong, außerdem gibt es noch eine Frage & Antwort Runde mit Yau. Besonders interessant dürfte aber die Dokumentation “Category III: The untold Story of Hongkong Exploitation Cinema” sein, die einen Einblick in den kontroversen Exploitationfilm bietet.

Mit Untold Story, The hat Herman Yau einen schonugslosen Film erschaffen, der verdienterweise seinen Status als Klassiker des Genres mit sich führt. Doch der Film wäre nicht das was er heute ist, ohne die großartige Darstellung von Anthony Wong, der Ausnahmekünstler zeigte schon zu seinerzeit sein schauspielerisches Können in diesem umstrittenen Klassiker. Explizit, kontrovers und erschreckend, ein Pflichtfilm für alle Filmfreunde der harten asiatischen Filmkunst!

 

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